
|
In diesem Artikel erfahren Sie mehr:
|
Das Ishikawa-Diagramm, auch bekannt als Fischgräten-Diagramm, ist eine einfache Methode, um die Ursachen eines Problems grafisch darzustellen. Seine Geschichte begann in japanischen Fabriken in den 1940er Jahren. Damals kam der Ingenieur Kaoru Ishikawa auf die Idee, ein Werkzeug zu entwickeln, das so transparent ist, dass alle, von den Produktionsarbeitern bis zu den Geschäftsführern, zusammenarbeiten können, um die Fehlerquellen zu finden und zu beheben. Die Methode war schnell keine lokale Kuriosität mehr und eroberte in den 1960er Jahren die Welt. Westliche Manager waren begeistert davon, wie leicht es ihnen mit der „Fischgräte“ gelang, das Chaos zu ordnen und schwierigen Problemen auf den Grund zu gehen.

Ishikawa-Diagramm (Fischgräte) zur Veranschaulichung der Problemanalyse und Identifizierung der Grundursache
Wirksam Projektleitung geht es nicht nur um die pünktliche Erledigung von Aufgaben, sondern vor allem um die Fähigkeit, schnell aus Fehlern zu lernen. Die Analyse des Ishikawa-Diagramms ist nichts anderes als eine detektivische Reise von der Wirkung zur eigentlichen Ursache des Problems. Wir beginnen damit, einen ‚Fischkopf‘ zu zeichnen – dort schreiben wir auf, was uns stört, d.h. ein bestimmtes Problem. Dann zeichnen wir ‚Gräten‘, die als Kategorien dienen, wie z.B. Menschen, Ausrüstung oder Verfahren. Sie sorgen dafür, dass wir während des Brainstormings jeden Winkel des Unternehmens überprüfen. Das Geheimnis der Wirksamkeit dieser Methode liegt in einer einfachen Frage: ‚Warum?‘. Wir stellen diese Frage bei jeder Idee, bis wir die eigentliche Fehlerquelle gefunden haben. Dadurch hören wir auf, nur die sichtbaren Symptome zu ‚flicken‘ und beginnen, die Ursachen, die unser Projekt behindert haben, dauerhaft zu beseitigen.
Bei der Suche nach den Ursachen eines Problems lohnt es sich, einen Plan parat zu haben, damit nichts übersehen wird. Das Ishikawa-Diagramm bietet uns einen solchen ‚Spickzettel‘ in Form von vorgefertigten Kategorien. In der Produktion wird am häufigsten das 6M-Prinzip verwendet, das vorschlägt, was zu überprüfen ist:
Für Büro- oder Dienstleistungsarbeit ist das 4P-Modell besser geeignet. Es konzentriert sich auf die Unternehmenspolitik (Regeln), Prozesse (wie die Arbeit abläuft), Personal (Menschen) und Räume oder Werkzeuge.
Die Anwendung dieses Rahmens erleichtert den Prozess der Risikoanalyse in einem Projekt. Durch die Identifizierung von Schwachstellen in bestimmten Kategorien kann das Team potenzielle Bedrohungen vorhersehen, bevor sie sich tatsächlich auf das Ergebnis der Arbeit auswirken. Im kaufmännischen Bereich kann dieses Diagramm außerdem die Methoden der Vertriebsplanung unterstützen, indem es hilft zu verstehen, warum die Ziele nicht erreicht werden und welche Faktoren (z.B. Prozesse oder Personalressourcen) optimiert werden müssen, um die Prognosen genauer zu machen.
Für die Erstellung eines Ishikawa-Diagramms ist keine komplexe Software erforderlich – alles, was Sie brauchen, ist eine Tafel, ein Blatt Papier und ein einsatzbereites Team. Für Prozessanalyse effektiv sein soll, lohnt es sich, diese bewährten Schritte zu befolgen:
Das Ishikawa-Diagramm ist ein Werkzeug, das am besten in Situationen funktioniert, in denen die Ursache des Problems unklar ist oder wenn das Team in einer Sackgasse feststeckt und sich gegenseitig die Schuld für Fehler gibt. Es lohnt sich immer dann, wenn ein Problem wieder auftaucht – dies ist ein klares Zeichen dafür, dass die bisherigen Lösungen nur vorübergehend waren und die Ursache der Schwierigkeit nicht angegangen wurden.
Ein Beispiel für die praktische Anwendung dieser Methode in reifen Organisationen ist die Rolle des PMO. Das Project Management Office setzt dieses Diagramm ein, um die Fehleranalyse im gesamten Unternehmen zu standardisieren. Oft werden die Daten für eine solche Analyse von der Firma gesammelt. Projektmanagementsystem , die Fakten über Verzögerungen oder Budgetüberschreitungen liefert. Statt sich auf chaotische Notizen aus verschiedenen Projekten zu verlassen, arbeitet das PMO nun mit einem transparenten visuellen Modell, das konstruktive Schlussfolgerungen und eine effektive Absicherung künftiger Prozesse ermöglicht. Der Einsatz von Ishikawa auf diese Weise löscht nicht nur das aktuelle Feuer, sondern baut vor allem eine wertvolle Wissensbasis auf, die die Qualität der Arbeit im gesamten Unternehmen realistisch verbessert.